Ausgangspunkt für diese Arbeit war ein Tanzstück von Emma Murray in der Dampfzentrale. Die wiederholenden Armbewegungen der Tänzerin, welche sich langsam und kontinuierlich veränderten führten zur alltäglichen Geste des Blätterns. Während drei Stunden blättern 2 Performerinnen wiederholend einen Stapel Papier und verteilen das Wenden der Seiten auf die vier Hände. Die Geste des Blätterns wird dabei zur choreografierten rhythmischen Bewegung parallel zum stummen inneren Rhythmus der gelesenen Sätze der Zuschauer. Im Text, eine Beschreibung der Wahrnehmung von Raum und Zeit. Ein Ich, welches auf den konkreten Raum und imaginierte Räume verweisst, auf den momentanen Zustand und mögliche noch kommende Ereignisse. Es überlagern sich mehrere zeitliche Strukturen. Einerseits die repetitive Geste des Blätterns, andererseits die lineare Textstruktur, welche unterschiedlich auf den Blattraum verteilt wird, sowie das Kommen und Gehen der Besucher im Raum.
Mit Gisela Hochueli